Heroische Neun Wiener trotzen Liefering in Salzburger Hitzeschlacht
DSG Liefering vs. HTC Wien 4:0 (2:0)
Ein Spiel, das wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird:
Trotz einer dramatischen personellen Unterzahl von nur neun Spielern und ohne jede Wechselmöglichkeit lieferte der HTC Wien dem Tabellenprimus DSG Liefering im Sportzentrum Mitte einen heroischen Kampf. Am Ende setzten sich die Salzburger zwar standesgemäß mit 4:0 durch, der moralische Sieger dieses packenden Duells kam an diesem Spieltag jedoch eindeutig aus der Bundeshauptstadt.Von der ersten Minute an war die taktische Marschroute der Wiener klar: Tief stehen, die Räume eng machen und über den überragenden Keeper Xandl sowie die beiden extrem aggressive Linienläufer Michi und Lenny, die Kreise der Salzburger stören. Liefering rannte permanent an und erarbeitete sich im Laufe der 60 Minuten rund 15 Strafecken. Doch die Ecken-Abwehr des HTC stand wie ein Bollwerk. Liefering versuchte es fast ausschließlich mit hohen Schlenzern, auf die sich die Wiener Defensive hervorragend eingestellt hatte. Zudem verstanden es die Gäste meisterhaft, bei eigenem Ballbesitz clever auf Zeit zu spielen und den Spielfluss der Hausherren komplett zu brechen.Trotz des enormen Dauerdrucks blieb der HTC Wien bei Entlastungsangriffen brandgefährlich. Mit einem durchschnittlichen Laufpensum von sensationellen 9 Kilometern pro Spieler wuchsen die Wiener über sich hinaus. Immer wieder öffnete Gopal mit grandiosen, millimetergenauen Hebern über die aufgerückte Lieferinger Kette den Raum für Flo, der die Salzburger Abwehr im Schusskreis ein ums andere Mal in höchste Not brachte. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr machten sich Frust und Nervosität beim Favoriten breit. Die Salzburger verloren völlig die Beherrschung und dezimierten sich in der hitzigen Schlussphase durch eine gelbe und eine gelb/rote Karte selbst. Plötzlich war die numerische Unterlegenheit des HTC Wien aufgehoben. In den letzten Minuten initiierten die Wiener einen irrsinnigen Druck auf das Tor von Liefering – für die Hausherren kam der Schlusspfiff nach 60 Minuten wie eine Erlösung.
Ein weiteres Highlight gab es bereits vor dem Anpfiff: Der HTC Wien bewies echte sportliche Nahbarkeit, zog im Sinne des Fairplay freiwillig blaue Überziehleibchen an und sicherte sich damit – völlig verdient nach dieser 81-Kilometer-Teamlaufleistung – eine wohlverdiente Runde Kaltgetränke von den Gastgebern nach dem Spiel.

